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Praktikum an der Universität zu Köln im Fachbereich Geographie 25.9. – 2.10.2014
von Jörg Hüttenhoff - Montag, 5. Januar 2015, 21:29
 
Thema: Einführung in das GLOBE- Programm und seine Anwendungsmöglichkeit in der Schule


1. Vermittlung von allgemeinen Kenntnissen zum GLOBE-Programm
2. Erhebung von GLOBE-Daten und Dateneingabe und Diskussion zu Auswertungsmöglichkeiten
3. GLOBE und Schule in NRW – Deutschland

Im September dieses Jahres fand eine besondere Veranstaltung statt, die in dieser Form sehr gern Beispiel machen könnte: Der Fachbereich Geographie bot ein GLOBE-Praktikum an. In dieser Veranstaltung wurde ein Training von mehreren Protokollen nebeneinander ermöglicht: Atmosphäre, Boden, Wasser und Landbedeckung. Eine Gruppe von 10 Studierenden des Faches Geographie erarbeitete die Zusammenhänge dieser unterschiedlichen Angebote der GLOBE-Website.
Die Integration dieses Programmes in die Lehrerausbildung nicht nur des Faches Geographie betrachten wir als einen zukunftsweisenden Aspekt sowohl für das Fach, das einen erheblichen Anteil an Entwicklungen zur Erziehung zur Nachhaltigkeit und zur Umwelterziehung beanspruchen kann. Dabei sollte aber nicht aus den Augen verloren werden, dass derselbe Anspruch auch an die Fächer der naturwissenschaftlichen Fachschaft und auch an den gesellschaftswissenschaftlichen Fächerbereich herangetragen werden kann. Ein erster Schritt dazu ist getan. Wir hoffen, dass diesem erfolgreichen Start zahlreiche weitere Veranstaltungen folgen werden.


Was ist im Verlauf des Praktikums geschehen:


1. Die Einführung des GLOBE- Programmes erfolgte zum Teil vermittelt über die Tutorials, zum anderen durch erste Übungen auf der Trainingswebsite mit der Dateneingabe und der Datenvisualisierung.
a. Bei der Betrachtung der großen Vielfalt der einzusetzenden Wettermessgeräte wurde deutlich, dass zum einen die klassischen Geräte der atmosphärischen Messungen in unterschiedlichen Kulturkreisen und auch bei uns ihren Wert behalten haben.
b. Das große Angebot an elektronischen Messgeräten konnte von der Universität zu Köln an einigen interessanten Beispielen vorgeführt werden. Ein zentrales Hilfsmittel ist die große Wetterstation, die auch Forschungsansprüchen genügen kann. Die Universität zu Köln hat 7 Stationen angeschafft, die an unterschiedlichen Stellen aufgestellt werden und auch von Schulen ausgeliehen werden können. Dieses Angebot soll in absehbarer Zeit von Instrumentenkoffern ergänzt werden.
c. Die technischen und materiellen Möglichkeiten einer Universität übersteigen die Möglichkeiten einer Schule, aber die Vorführung der Geräte war Anregung und Grundlage genug, um bei den Studierenden die Bereitschaft zu entwickeln, sich weiterhin auch im Arbeitszusammenhang der Schule, der dem Studium folgen wird, mit dem GLOBE-Programm zu befassen.
d. Das Interesse der Universität an GLOBE ist besonders deshalb zu verstehen, da es eine Beteiligung an dem internationalen Großprojekt um den neuen Satelliten für Bodenfeuchtemessung SMAP gibt . Die Zuordnung eines Schulprojektes zum Wissenschaftsprojekt verspricht die Entwicklung einer Reihe von Synergien: Schulen können auf die Fachkompetenz der Universität zurückgreifen, die Universität kann ergänzende Messstationen betreiben und sich einer breiteren Öffentlichkeit stellen. Genau dies ist das Konzept von GLOBE.
e. Zur Arbeit mit der Website gehört große Übung und ein aktiver Umgang. Diesen Zugang finden Studierende schnell, für Schüler ist der Umgang mit der Website eine wesentlich größere Herausforderung. Auch ist der Umgang mit den elektronischen Medien für Schüler ein wichtiger eigenständiger Punkt, der für Schüler nicht von erheblichem Interesse ist, da sie viel Motivation mitbringen und der Umgang mit den Medien ihren Alltag bedeutet.
2. Die Anwendung der einmal erarbeiteten Grundkenntnisse in den praktischen Messübungen bedeutet den Gang zum „außerschulischen Lernort“. Die Messübungen führten an die unterschiedlichen zu untersuchenden Teilthemen des GLOBE-Programmes heran.
a. Aus der Vielzahl der atmosphärischen Messungen konnten nur wenige ausprobiert werden, das Prinzip der Messungen und Dateneingabe wurde klar. Die weiteren praktischen Messübungen führten zu einem völlig neuen Aspekt des Praktikums: Der Messort war angelagert an die Grabenmeisterei am Erlebnislehrpfad Pulheimer Bach im Ortsteil Geyen bei Pulheim. Für die Schule würde dies immer einen Unterrichtsgang von einem Tag bedeuten. Die Studierenden verbrachten hier 4 Tage des Praktikums.
b. Am Samstag wurde eine Einführung in die Bodenanalyse durchgeführt. Die Geräte wurden an unterschiedlichen Stellen eines großen abgeernteten Maisfeldes im Bereich der Grabenmeisterei eingesetzt. Es gab kleine normierte Dosen zur Konservierung der Bodenprobe, so dass zu einem späteren Zeitpunkt die Bodenfeuchte näher analysiert werden konnte. Sie wurden am Mittwoch mit Nassgewicht gewogen und dann in zwei Durchgängen im Ofen getrocknet. Die Ergebnisse sind sowohl verwendbar zur Bearbeitung einer Forschungsfrage als auch für die Verarbeitung im GLOBE-Protokoll im Schulunterricht.
c. Am Montag wurden nach einem ausführlichen einleitenden Überblick über die Bedeutung von Wasseranalysen im Unterricht mit Hilfe eines Wasserkoffers und einer Reihe der von GLOBE vorgeschriebenen Untersuchungsinstrumenten wie Seccischeibe, Kescher, Bestimmungsbüchern etc Wasseruntersuchungen an unterschiedlichen Stellen des Pulheimer Baches vorgenommen. Die Ergebnisse wurden am Ende des Tages gesichtet, und die Eingabe in die GLOBE-Protokolle besprochen.
d. Am Dienstag wurde in die Bedeutung der Analyse von Landnutzung und Landbedeckung im Zusammenhang mit modernen Formen der Fernerkundung und der Validierung von Fernerkundungsdaten durch Bodensichtkotrollen angesprochen. Das GLOBE-Protokoll stellt eine Reihe von Messmethoden vor, zu denen die Messgeräte selbst angefertigt werden können. Die Ergebnisse der Arbeit mit dem Densitometer und dem Clinometer (vgl. Protokoll) können direkt in das Protokoll übertragen werden. Die Kontrolle der Biomasse des Untersuchungsfeldes über das Abheben und Trocknen der unmittelbar bodenbedeckenden Vegetation eines Untersuchungsfeldes konnte aus zeitlichen Gründen nur erläutert, nicht aber durchgeführt werden.

Grundlage des Protokolls der Landnutzung ist die MUC-Klassifikation der UNESCO. Zentrale Aktivität der Studenten an diesem Tag war daher auch ein Übungsdurchgang im Einsatz der MUC-Klassifikation in unterschiedlichen Arealen im Bereich der Grabenmeisterei Pulheim. Der Frage des sinnvollen Einsatzes im Unterricht wurde durch einen Aufsatz aus der Zeitschrift „Praxis Geographie“ zum Thema „Landbedeckung – Schüler untersuchen den räumlichen Wandel in „Praxis Geographie 10/200 von Mark Müller eine Basis gegeben.

3. Der dritte Teil des Praktikums fand in den Räumen der Universität statt. Den Studenten wurden vier Aufgaben gestellt, die sie in Arbeitsgruppen bearbeiten sollten.
Hintergrund der Aufgaben ist die Frage, ob und wie sich Wege finden lassen, das GLOBE-Programm unter unterschiedlichen aktuellen Fragestellungen in den Unterricht einzubinden. die sich mit der Frage beschäftigen, in welcher Form und mit welchen Möglichkeiten für sehr unterschiedliche Schülergruppen GLOBE den naturwissenschaftlichen Unterricht bereichern und erweitern kann.


Diese Arbeiten werden auch einen Beitrag leisten zu den Themen des GLOBE-Comenius -Projektes MASS (Motivate and Attract Students to Science).


Die Ergebnisse zeigen für GLOBE in Deutschland in eine neue Richtung und
ermöglichen die Anknüpfung an die Vorarbeit im GLOBE-Programm in den Jahren 2004 – 2008.

a) Die Einführung des GLOBE-Programmes in der Lehrerbildung des Faches Geographie ( langfristig auch in anderen Fächern) ist ein wichtiger Schritt. Bisher wurde GLOBE als Teacher Training nur ausgebildeten Lehrern angeboten.
b) Die Möglichkeiten für die Lehrerbildung bestehen nicht nur in Programm-Einführungen, sondern auch Haus- und Abschlussarbeiten, in denen Themen des Einsatzes von GLOBE bearbeitet werden können. Damit können sämtliche Themen der Einbindung in Schulorganisation Lehrinhalte vertiefend vorgedacht werden.
c) Der Zusammenhang zum MASS-Programm unterstützt die forschende Reflexion zum Einsatz des GLOBE-Programmes.
d) Lehramtsstudenten bringen mit ihren Kenntnissen über GLOBE zugleich einen wichtigen Impuls an ihre Ausbildungsschulen. Sie sind damit Verteiler von Unterrichtsformen, die aktuellen Ansprüchen voll entsprechen.
e) Methodische Schulung von allen Beteiligten erfährt über das Programm hinaus eine deutliche Verbesserung und Vertiefung.
f) Entwicklung eines eigeständigen Zuganges zum GLOBE-Programm von unterschiedlichen fachlichen Aspekten aus (Themen und Arbeiten)wird die Flexibilität und Vielfalt des Programmes deutlich werden lassen.

Insgesamt bedeutet das Praktikum zur Einführung des GLOBE-Programmes in die Lehrerausbildung des Faches Geographie einen wichtigen Schritt zur Entwicklung des Programmes und des Faches.